Meine Worte

Ganz einfach und doch drückt es aus, was dieser Raum mir bedeutet.

Meine Worte.

Meine Worte sind mir heilig, sie sind diejenigen, die ich wähle um mich mitzuteilen. Jene, die hier ihren Platz finden um niedergeschrieben zu werden. 

 

Die Sprache und das Schreiben. 

Jedesmal in mir, wenn ich mich dieser Facette hinwende, geht mein Herz auf, Tränen bahnen sich ihren Weg, deuten sich manchmal noch an. Es ist wie eine altbekannte Heimat in mir. Und so selten findet das Raum. Ja, das Handschriftliche ist mir manchmal zu unbequem, irgendwann schmerzt die Hand vom Schreiben und es dauert alles viel zu lange. Ja, da bin ich ungeduldig. Bis ich den einen Gedanken zu Papier gebracht habe, sind schon 30 weitere in meinem Kopf und meine Finger kommen kaum hinterher. Also sitze ich jetzt vor meinem Laptop und genieße das wohlige Gefühl, nach Hause zu kommen.

Warum das Schreiben mich so berührt? Ich ahne es nur.

Doch es war schon früh ein Bestandteil meines Lebens. Ich hab sehr früh angefangen, Geschichten zu schreiben, später dann kamen die Tagebücher dazu und ich hab das sehr geliebt. Mitunter schreibe ich auch noch in meine Bücher. Aber eigentlich sehne ich mich immer mehr danach, wie hier, im Fluss, einfach zu schreiben, was mich bewegt.

Es ist so eine tiefe Dankbarkeit in mir, mich dem wieder hinzuwenden. Ja, auch in manch schwierigen Phasen hat das Schreiben mir Möglichkeiten offenbart, mit mir selbst und der Welt umzugehen. Mich in mir aufzurichten. Frieden zu finden.

Mit all der Tiefe, die ich eben auch bin, da hat und hatte dies schon immer seinen Platz. Diese Freiheit, dass "es" da sein darf, kann, einfach ist. "Es" sich entfaltet und die Worte, das, was ich fühle und damit verbinde, es einfach seinen Raum hat. Ich möchte schon fast sagen, seinen UR-Platz hat. So sehr fühlt es sich danach an. Gewürdigt, gesehen, pur und echt.

Es war auch schon immer so, dass der Prozess des Schreibens mich unterstützt hat im Reflektieren, oder auch in Perspektivwechseln. Es macht etwas mit mir.

Und gerade wenn man SOVIEL ist. Oder es so fühlt, dass diese Essenz des eigenen Selbstes im Alltag und in den tagtäglichen Begebenheiten nahezu untergeht, zuviel ist… Naja, was heisst zuviel. Jetzt, wo ich mich dem hinwende, spüre ich einfach, wie sich in mir alles entspannt. Da ist kein Kämpfen mehr um diesen PLATZ. Um dieses DASEIN.

Wie oft hab ich mich nach dieser Tiefe gesehent, nach Austausch, nach den Verbindungen, damals auch noch nach dem größeren Ganzen, ja. Und wievieles ist schon nach Hause gekehrt. WOW. Wenn ich daran denke, wie viele Wege ich hier schon gegangen bin, das ist wunderschön. Ja, und da ist es. Das Schreiben ist für mich auch : meine Wege würdigen, mich selbst wertschätzen. Ich hab meine Art gefunden, dies zu leben. Und vielleicht wandelt auch das sich mit der Zeit, aber es fühlt sich so vertraut an, so richtig und gut. Und ich kann milde mit mir sein, hier. Mit den Worten. Ah, ja.

 

Ich bin erstaunt, wie einfach es mir fällt, diese Sehnsucht, die immer da war, hier zu stillen. Sehnsucht nach … meiner Selbst Form zu geben, das, was in mir ist, nach draußen zu transportieren. Und nein, nicht nur, es ist … mehr. Ich glaube es ist wie die Liebe zu den Welten, die in mir schlummern und darauf warten, entdeckt zu werden. Wie vergrabene Diamanten und Juwelen. Und ich bin so erstaunt, wie schnell es mich ins Fühlen führt, was mir sonst so schwer fällt, wenn ich nur da sitze und mit mir bin. I mean, das mache ich jetzt auch, aber ich teile mich eben mit. Und wenn es nur mir selbst gegenüber ist. Ich hab die Möglichkeit mein Innerstes zu greifen. Für einen Moment lang festzuhalten, mir, meinem Fühlen, meiner Gedanken, meinem Wesen, meiner Seele einen Platz zu schenken.

Mit meiner Essenz zu sein. Es ist irgendwie auch die Liebe zu mir selbst, die sich hier manifestieren will.

Ich bin dankbar und gleichermaßen ist auch soviel Trauer irgendwie in mir. Jetzt fließen die Tränen.

Trauer? Ich fühle nach..

Es ist ein bisschen wie … Wehmut..  Und doch auch Milde, Balsam, eine stille Freude, Dankbarkeit, diesen Weg gefunden zu haben.

So als käme man nach einem Krieg, einer starken Herausforderung, einem Abenteuer, einer wilden Reise, die einem vieles abverlangt, nach Hause und würde beginnen, zu verarbeiten; der Raum endlich da sein um geliebte Begleiter, die man zurücklassen musste, zu betrauern und gleichermaßen aufatmen können, dass der Krieg zuende ist und man all das Erlebte nun würdigen kann, nahezu dazu aufgefordert wird. Und auch ist es wie ein Gangwechsel. Vom Schnell-schnell und dem Dauerfokus auf was-auch-immer-die-Zeiten-fordern, ins Nullpunktfeld. So kommt es grad. Ins Atmen, alles da sein lassen. Stille.

 

Ist die Stille schon da, oder bahne ich mir meinen Weg zu ihr, durch das Schreiben? Durch das gefühlte Druck ablassen.

Das ganz bewusste Druck rausnehmen. Bewusst.

Ich wollte erst "kontrolliertes Druck ablassen" schreiben. Die Kontrolle und Bewusstheit. Die Achtsamkeit. Wenn da, dann muss ich nichts kontrollieren, weil ich automatisch im Bilde bin. Kontrolle kann auch unbewusst sein. Ja.

Ein ziehen, drücken, etwas unentspanntes, wie auf Zug, starren Mustern folgend… Bewusstheit hingegen weit, frei, wellenförmig ausdehnend. 

Gut, das jetzt so wahrzunehmen.

 

Ja, also.. Der Raum ist da und in mir muss nichts kämpfen, um gesehen zu werden oder da sein zu dürfen. Ich bin mit mir, ganz einfach und gut.

Deswegen liebe ich das Schreiben. Ich bin hier.

 

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